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Yvonne Kay Odhiambo: Die Unternehmerin, die internationale Teams ins Gespräch bringt

Sprachtrainerin Yvonne aus Augsburg, fotografiert von Dimitri Reimer für sein Langzeit-Portrait Projekt MENSCH MONTAG.

Mit Interactive Language and Culture unterstützt Yvonne Kay Odhiambo Unternehmen bei Sprache und interkultureller Zusammenarbeit. Die Gründerin aus Königsbrunn war 2025 Präsidentin der Wirtschaftsjunioren Augsburg und gehört zur Jury des Augusta-Wirtschaftspreises. Ihr eigener Weg begann mit einem Flug von Kenia nach Deutschland, einem Koffer und 52 Euro. Ein Porträt zu »MENSCH MONTAG« #102.

Ein Koffer, 52 Euro Bargeld, ein Studienplatz in Darmstadt. Mit 17 Jahren kommt Yvonne Kay Odhiambo aus Kenia nach Deutschland. So beginnt die Geschichte, die sie für »MENSCH MONTAG« erzählt. Die knappen Angaben lassen ahnen, wie viel sie damals erst herausfinden musste: den Alltag in einem anderen Land, das Studium, ihren Platz in einer neuen Umgebung.

Jahre später macht sie die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu ihrem Beruf. Sie gründet ein Unternehmen für Sprach- und Kulturtrainings, übernimmt Verantwortung in einem Wirtschaftsnetzwerk und spricht öffentlich darüber, wer in der Wirtschaft sichtbar wird.

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Zwischen diesen Stationen liegt eine Erfahrung, die ihre Arbeit begleitet: Wer sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden will, braucht Zugang – zu Sprache, zu Menschen und zu den Regeln, nach denen Zusammenarbeit funktioniert.

»Find a Solution«

Odhiambos Mutter gibt ihr einen Satz mit: »Find a Solution«. Finde eine Lösung. In den Porträtnotizen steht er neben der Erinnerung an ein Mädcheninternat, in dem sie Durchsetzungskraft entwickeln musste.

Auch ihren Anfang in Deutschland beschreibt Odhiambo als schwierig. Ein Studienplatz an der Hochschule Darmstadt führt sie ins Land; ein Studium im Bereich Journalismus gehört zu ihrem weiteren Weg. Über verschiedene berufliche Tätigkeiten gelangt sie schließlich in die Erwachsenenbildung.

2020 gründet sie ihr eigenes Unternehmen. Der Name, unter dem sie es heute vorstellt, lautet Interactive Language and Culture, kurz ILC. Sprachunterricht und interkulturelles Training werden darin zu zwei Seiten derselben Aufgabe: Menschen dabei zu unterstützen, einander zu verstehen und miteinander zu arbeiten.

Was Unternehmen von ihr lernen können

ILC bietet Firmen Sprachkurse in Deutsch, Englisch und Swahili, interkulturelle Kompetenztrainings und individuelles Coaching an. Die Inhalte richten sich nach dem jeweiligen Arbeitsumfeld: Geschäftskorrespondenz, Präsentationen, Verhandlungen oder die Zusammenarbeit im Team. Die Angebote finden vor Ort oder online statt.

Odhiambo beschreibt sich auf ihrer Unternehmenswebsite als erfahrene Sprachtrainerin und zertifizierte Trainerin für interkulturelle Kompetenz. Ihr Ansatz setzt bei konkreten Situationen an, in denen Verständigung gelingt oder schwierig wird.

Für Unternehmen mit internationalen Teams liegt darin eine praktische Aufgabe. Ein gemeinsamer Wortschatz hilft im Gespräch. Zugleich bringen Menschen unterschiedliche Erwartungen mit: an Führung, an Rückmeldungen, an den Umgang mit Konflikten. Solche Unterschiede bewusst wahrzunehmen, gehört zu dem Arbeitsfeld, das Odhiambo mit ihren Trainings aufgreift.

Dass sie damit auch technische Unternehmen erreicht, zeigen die auf ihrer Website veröffentlichten Kundenstimmen. Ein Geschäftsführer aus der Geoinformatik hebt hervor, wie sie mit spezialisierten Themen umgeht. Ein Teilnehmer aus dem Energiemanagement beschreibt, dass ihm Geschäftsgespräche auf Englisch nach dem Training leichter fallen. Es sind Aussagen ihrer Kund:innen, die einen Einblick in die Anwendung geben.

Sichtbarkeit auf der Bühne von NETZ & WERK

Bei femme.digitale 2025 von NETZ & WERK sitzt Odhiambo gemeinsam mit Ramona Meinzer von AUMÜLLER und Ulrike Werlitz von Compassio auf dem Podium. Anahit Hagemann moderiert das Gespräch über berufliche Wege, Herausforderungen und Vorstellungen einer zukunftsfähigen Wirtschaft.

Odhiambo bringt dort die Frage der Repräsentation ein. Im Veranstaltungsbericht wird sie mit den Worten zitiert: »Heute hier auf der Bühne zu stehen, sichtbar zu sein – das ist keine Selbstverständlichkeit für Menschen wie mich.«

Der Satz verbindet ihren eigenen Weg mit einer Frage an die Wirtschaft: Wer bekommt Gelegenheit, Erfahrungen einzubringen und Entscheidungen mitzugestalten? Ihr Auftritt bei NETZ & WERK macht deutlich, dass sie berufliche Sichtbarkeit auch als Zugang für unterschiedliche Perspektiven betrachtet.

Ein Jahr unter dem Motto »Building Bridges«

2025 übernimmt Odhiambo die Präsidentschaft der Wirtschaftsjunioren Augsburg. Das Jahresmotto »Building Bridges« passt zu ihrem Beruf und wird zugleich zum Programm eines Netzwerks: Menschen und Technologien zusammenbringen, die Integration qualifizierter Arbeitskräfte aufgreifen und Verbindungen innerhalb der regionalen Wirtschaft stärken.

Ein Beispiel ist das Forum »Global Minds« an der International School Augsburg im September 2025. Odhiambo wird als Moderatorin angekündigt. Schüler:innen, Unternehmer:innen und weitere Vertreter:innen aus Bildung und öffentlichem Leben sollen dort über internationale Kompetenzen sprechen. Die Perspektive junger Menschen, die mit mehreren Kulturen aufwachsen, bekommt einen Platz im wirtschaftlichen Austausch.

Im Januar 2026 übergibt sie das Präsidentinnenamt an Patrick Schmicker und übernimmt die Rolle der Past President. Ihr Engagement in der Region reicht darüber hinaus: Als Jurymitglied des Augusta-Wirtschaftspreises für Frauen wirkt sie daran mit, unternehmerische Leistungen von Frauen sichtbar zu machen.

Eine Begegnung in Königsbrunn

Dimitri Reimer trifft Odhiambo für sein Porträt im Park des Gymnasiums in Königsbrunn. Er erlebt sie als liebevoll und kommunikativ und hält fest, wie lange ihr Esprit nachklingt.

Sein Eindruck gibt der Gründerin, Trainerin und Netzwerkerin eine persönliche Kontur. Im Zentrum ihrer verschiedenen Aufgaben stehen Gespräche: im Unterricht, mit einem Unternehmen, auf dem Podium, zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Der Rat ihrer Mutter findet darin eine erwachsene, berufliche Form. Eine Lösung kann ein Sprachkurs sein, ein Training oder ein Gespräch, das bisher unausgesprochene Erwartungen klärt. Odhiambo hat daraus ein Unternehmen aufgebaut. Und sie nutzt ihre Position, um weiteren Menschen Zugang zu verschaffen – zu Verständigung, Zusammenarbeit und Sichtbarkeit.


Quellen

Überarbeitet von Anahit Hagemann, KI-unterstützte Recherche

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Verfasst von Dimitri Reimer

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