Phong aus Augsburg ist Bildungsbegleiter bei Tag und Lichtoperator bei Nacht.
Aufgewachsen in der baden-württembergischen Kreisstadt Sigmaringen als einer von zwei Brüdern einer vietnamesischen Familie, die dem Indochinakrieg entflohen und für ein stabileres Leben nach Deutschland zog. Er selber ist seit der Geburt gezeichnet als eines von zu vielen sogenannten »Agent-Orange-Opfern« durch den amerikanischen Einsatz von Giftgas.
Bedingt durch die unbekannte Muskelkrankheit war Phongs Leben bestimmt von Mauern – physisch wie psychisch. Erst mit Anfang 18 verbesserte sich seine Situation. Der Rollstuhl wurde nicht mehr benötigt, die Eigenständigkeit erlangte neue Höhen. Auf sein BWL-Studium (Controlling und Finanzen) in seiner Heimatstadt folgte der Masterstudiengang der informationsorientierten Betriebswirtschaftslehre (iBWL) an der Uni Augsburg.
Der metaphorische »Sprung nach vorn« ist seit jeher Phongs großer Antrieb. Ob als kreatives Mitglied des Münchner Kollektivs 100blackdolphins, als Lightjockey in Münchens Clubszene und im Augsburger „Hallo Werner“ Club oder als Mitarbeiter im Bildungssektor für unterschiedliche Lernkonzepte in BWL und Mathethemen. Darüber hinaus unterstützt er als Nachhilfelehrer junge Schüler:innen und junge Erwachsene der Fachhoch- und Berufsschulen.
Wo der staatliche Versuch der Inklusion oft scheitert, lebt er aus sich heraus, zeigt auf, geht voran, erklärt und setzt um. Ich durfte Phong bei Tageslicht im Hallo-Werner-Club treffen und einen jungen Mann kennenlernen, der mit offenem Visier durchs Leben geht, dieses schätzt und eine einladende Art vorlebt. Außerordentliches Merci, mein Lieber.
